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| Kultusminister will Lehremangel in Sachsen aussitzen | | Drucken | |
| Geschrieben von: Redaktion |
| Sonntag, den 27. November 2011 um 00:46 Uhr |
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Dresden (Redaktion/25.11.2011) - Sachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU) steht unter Druck aus den eigenen Reihen. Anlass ist ein – von der Landesregierung bestrittener – drohender Lehrermangel, ein zunehmender Unterrichtsausfall im Freistaat und mittlerweiler einiger scharfer Unmut auch aus den eigenen politischen Reihen. Der Diplom-Lehrer, CDU-Landtagsabgeordnete und Bildungsexperte Thomas Colditz hat sich Dienstag dieser Woche ungewöhnlich offen gegen die eigene Regierung und Fraktionsspitze ausgesprochen. Anlass ist ein von der Landesregierung bestrittener dramatischer Lehrermangel im Freistaat bis 2020. Mit Blickpunkt Lehrermangel in Sachsen, sagte Colditz der "Sächsischen Zeitung", werde in Sachsen seiner Ansicht nach ein funktionierendes Bildungssystem ohne Not an die Wand gefahren. Er sehe einen Finanzminister, der sich keinen Millimeter bewege, einen Kultusminister, der sich nicht durchsetze, und eine Staatskanzlei, die ausschließlich zuschaute, legte Colditz den Finger auf die Schmerzpunkte. Die Regierung spiele seiner Ansicht nach auf Zeit. Auch wünsche er sich mehr Engagement von seiner Fraktionsspitze. Es schmerze ihn sehr, aber er habe keine andere Möglichkeit mehr gesehen als in die Öffentlichkeit zu gehen. "Ich habe einfach die Befürchtung, dass seitens der Staatsregierung das Problem grundsätzlich zwar erkannt wird, dass man aber vor dem Hintergrund des Sparkurses nicht bereit ist, sich diesem Thema zu stellen", sagte Colditz am 22.11.2011 mittags in einem MDR 1 Radio Sachsen Interview. "Es gibt genügend Anträge in dieser Richtung, es mangelt ganz einfach am ernsten Willen der Staatsregierung dieses Problem zu lösen!" Aber in Sachsen fehlt nicht nur der Lehrer-Nachwuchs, auch die Direktoren sind dem Freistaat ausgegangen. Konsequenz: 50 Schulen in Sachsen sind ohne Direktor hieß am gleichen Tag bei MDR Info in der Morgenberichterstattung. Wie das Kultusministeriums analysiert hat, werden bis 2020 etwa 10.700 der derzeit 29.000 Lehrer aus dem Dienst scheiden. Das Durchschnittsalter beim Personal liegt bereits jetzt bei 50 Jahren. Damit droht vor allem in Grund- und Mittelschulen ein Engpass. Dennoch will Sachsen bis 2020 jede fünfte Stelle im öffentlichen Dienst einsparen. Nach Plänen von Finanzminister Georg Unland sollen 2020 nur noch 23.000 Lehrer tätig sein. Kultusminister Roland Wöller will an den derzeitigen Stellen festhalten. Colditz forderte Ministerpräsident Stanislaw Tillich auf, mit beiden Ministern Gespräche zu führen. Derzeit habe er jedoch das Gefühl, dass das Thema ausgesessen werde. Was er in Beratungen zur Vorbereitung des Haushaltes erlebt habe, "macht mich so wütend, lässt mich zweifeln und beinahe verzweifeln", sagte Colditz in Interview der "Sächsischen Seitung". Foto: CDU Erzgebirge |
| Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 27. November 2011 um 09:52 Uhr |





Diplom-Lehrer, CDU-MdL und Bildungsexperte Thomas Colditz sprach ungewöhnlich offen gegen die eigene Regierung