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Berufsausbildung Fleischerhandwerk 2010 PDF  | Drucken |  E-Mail
Geschrieben von: Redaktion   
Freitag, den 14. Oktober 2011 um 07:43 Uhr
5.576 Fleischerlehrlinge - 7.337 Verkaufslehrlinge im Fleischerhandwerk - Rückgang an Auszubildenden im Fleischerhandwerk weiter beschleunig

Frankfurt am Main /Redaktion/ 10.10.2011) - Mit dem verstärkten demografischen Wandel hat sich 2010 auch der Rückgang an Auszubildenden im Fleischerhandwerk weiter beschleunigt.


Weniger Bewerber beigleichzeitig breiteren Wahlmöglichkeiten unter den Ausbildungsberufen führten im letzten Jahr, beide Ausbildungsberufe zusammengenommen, zu 345 weniger neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen und einem um 1.563 oder 10,8 Prozent niedrigerem Ausbildungsbestand.
Insgesamt befanden sich im letzten Jahr 12.913 junge Menschen zur Berufsausbildung in einem fleischerhandwerklichen Betrieb, zuvor waren es noch 14.476 gewesen. Von dem insgesamt zu verzeichnenden Rückgang konzentrierten sich über 70 Prozent auf den Verkauf. Aufgrund weniger Neuabschlüssen 2010 ist ein weiteres Absinken des Lehrlingsbestands im Fleischerhandwerk auch im laufenden Jahr sicher.

5.576 Fleischerlehrlinge - Der Rückgang neuer Ausbildungsverträge in den Jahren zuvor führte 2010 zu einem weiteren Absinken des Bestands an Fleischerlehrlingen um 618 oder 10,0 Prozent. Am Jahresende befanden sich noch 5.576 Fleischerlehrlinge in der Ausbildung. Der Rückgang erstreckt sich ausnahmslos auf das gesamte Bundesgebiet und war in den neuen Bundesländern erneut stärker ausgeprägt als im früheren Bundesgebiet.

In allen neuen Bundesländern, aber auch in Bayern, dem Saarland und Berlin, waren Rückgänge in zweistelliger Größenordnung zu registrieren. 199 der Fleischerlehrlinge waren weiblich, das entspricht einer Quote von 3,6 Prozent und etwa dem gleichen Anteil wie schon 2009.

Auch langfristig ist der Anteil weiblicher Fleischerlehrlinge relativ konstant. 2.116 Ausbildungsverträge sind im Berichtsjahr 2010 von Fleischerlehrlingen neu abgeschlossen worden und waren am Jahresende noch von Bestand. Demgegenüber sind 815 Lehrverhältnisse von Fleischern oder Ausbildungsbetrieben vorzeitig gelöst worden, 240 davon noch während der Probezeit. Bezogen auf die vorzeitigen Vertragsauflösungen blieb die Quote der während der Probezeit gelösten Ausbildungsverhältnisse mit knapp 30 Prozent unverändert hoch.

Eine vorzeitige Auflösung von Ausbildungsverhältnissen bedeutet nicht zwangsläufig den Abbruch der Fleischerlehre. Häufig wird lediglich der Ausbildungsbetrieb gewechselt. An der Ausbildung von Fleischern oder Fleischerinnen waren im letzten Jahr 3.817 Ausbildungsbetriebe beteiligt, das waren 396 weniger als im Jahr zuvor. Auf einen Ausbildungsbetrieb kamen im Durchschnitt erneut 1,5 Fleischerlehrlinge.

7.337 Verkaufslehrlinge im Fleischerhandwerk - Die Anzahl der Verkaufslehrlinge ist 2010 mit einem Rückgang von 11,4 Prozent in stärkerem Verhältnis gesunken wie die der Fleischerlehrlinge. Ein weiteres Absinken des Bestandes hatte sich aufgrund weniger neu abgeschlossener Lehrverträge in den beiden Vorjahren bereits angekündigt. Ende letzten Jahres waren 7.337 Fachverkäuferinnen und -verkäufer im Lebensmittelhandwerk, Fachrichtung Fleischerei, in die Lehrlingsrollen der Handwerkskammern eingetragen, das waren 945 weniger als im Jahr zuvor.

Der Rückgang betraf die meisten Bundesländer in zweistelliger Höhe, aber auch die Länder des früheren Bundesgebietes in stärkerem Maße als bei den Fleischern. 1.154 der Verkaufslehrlinge in den drei Lehrjahren waren männlich, das entspricht einer Quote von 15,7 Prozent. Der Anteil männlicher Auszubildender für den fleischerhandwerklichen Verkaufsbereich hat sich damit weiter erhöht.

Ursache des Rückgangs an Verkaufslehrlingen war die 2010 erneut gesunkene Zahl neu abgeschlossener Lehrverträge. Insgesamt sind im letzten Jahr 2.706 Ausbildungsverhältnisse für den Verkaufsbereich neu abgeschlossen worden und hatten am Jahresende noch Bestand. Die Anzahl der Neuabschlüsse hat sich damit gegenüber dem Vorjahr um 251 oder 8,5 Prozent reduziert. Damit ist ein weiter schrumpfender Bestand an Verkaufslehrlingen 2011 vorprogrammiert. 1.153 Ausbildungsverträge sind 2010 von Verkaufslehrlingen oder Ausbildungsbetrieben gelöst worden, darunter 419 bereits während der Probezeit.

Damit sind im Gegensatz zum Vorjahr Zahl und Quote vorzeitiger Vertragsauflösungen wieder gesunken. In die Ausbildung von Fleischereifachverkäuferinnen und - verkäufer waren zuletzt 3.992 Betriebe einbezogen. Die Zahl der Ausbildungsbetriebe ist damit in etwas geringerem Umfang zurückgegangen wie die Zahl der Auszubildenden selbst. Auf je einen Ausbildungsbetrieb kamen erneut knapp zwei Verkaufslehrlinge.

1.285 Fleischermeisterinnen - Im Fleischerhandwerk haben sich im letzten Jahr 511 männliche und 35 weibliche Fleischergesellen der Meisterprüfung gestellt. Von diesen haben 510 die Prüfung direkt bestanden, hinzu kommen 34 erfolgreiche Wiederholungsprüfungen. Zusammengenommen bekamen lediglich elf Kandidaten weniger als 2009 den Meisterbrief im Fleischerhandwerk ausgehändigt. Unter den neuen Fleischermeistern befanden sich 2010 auch 34 erfolgreiche Fleischergesellinnen. Damit gingen gut sechs Prozent der neuen Meistertitel an eine Frau. Von 1975 an gerechnet, haben im früheren Bundesgebiet und ab 1990 im
geeinten Deutschland 1.285 Frauen den Meistertitel im Fleischerhandwerk erworben.

Regional konzentriert sich das Prüfungsgeschehen auf diejenigen Bundesländer, in denen die großen Meisterschulen für das Fleischerhandwerk ihren Sitz haben. Dementsprechend entfielen erneut mehr als die Hälfte aller Meisterprüfungen auf Bayern und weitere knapp 20 Prozent auf Hessen. In den neuen Bundesländern lagen die regionalen Prüfungsschwerpunkte auf Sachsen und Thüringen. Die regionale Konzentration der Meisterprüfungen im Fleischerhandwerk lässt jedoch keinen Rückschluss auf die Herkunft oder den späteren Einsatzort der Meisterschüler zu.

 

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